Nachrüstung einer 10-kV-Leistungsschutzeinrichtung in einem Wasserkraftwerk
Zusammenfassung: Aufgrund der starken Alterung der elektronischen Komponenten des integrierten Schutz-, Mess- und Steuergeräts des 10-kV-Kraftwerks, des geringen Automatisierungsgrades, der unzureichenden Benutzerfreundlichkeit der Software und der schwierigen Wartungsarbeiten entschied sich das Wasserkraftwerk für eine Modernisierung des Schutzsystems. Das neue Schutz- und Steuergerät bietet zahlreiche Schutzfunktionen, eine benutzerfreundliche Oberfläche und ist einfach zu bedienen und zu warten. Dadurch wird der zuverlässige Betrieb des Kraftwerks verbessert und dessen Sicherheit und Stabilität gewährleistet.
Schlüsselwörter: 10-kV-Schutz- und Steuergerät; Zuverlässigkeit; Schutz für Wasserkraftwerke
0 Einleitung
Ein Wasserkraftwerk befindet sich 15 km flussaufwärts von einer Kreisstadt in Guangxi. Es ist ein Vorzeigeprojekt der „Stromübertragung von West nach Ost“ und ein wichtiges Projekt für die Entwicklung Westchinas. Der Bau des Kraftwerks begann am 1. Juli 2001 und es wurde Ende 2009 vollständig in Betrieb genommen. Der geplante Wasserstand beträgt 400 m, die Staumauer ist 216,5 m hoch, die Kronenlänge 836 m, das Speichervolumen 27,3 Milliarden m³, die installierte Leistung 6,3 Millionen kW und die jährliche Stromerzeugung 18,7 Milliarden kWh. Der Bau erfolgte in zwei Phasen. Aufgrund seiner enormen Leistung hat das Kraftwerk große Auswirkungen auf die Gesellschaft. Um die Qualität der Stromversorgung und die langfristige, sichere und zuverlässige Energieversorgung zu gewährleisten, wurde das Wasserkraftwerk schrittweise mit einem neuen, umfassenden Schutz-, Mess- und Regelsystem für den 10-kV-Stromverbrauch ausgestattet.
1. Kurze Einführung in das 10-kV-Kraftwerkssystem
Das 10-kV-System des Wasserkraftwerks ist ein Niederstrom-Erdungssystem. Die Verdrahtung erfolgt über mehrere unabhängige Stromversorgungen. Die Sammelschienen der Abschnitte I bis VI sind ringförmig geschaltet und bieten eine zuverlässige Stromversorgung. Eine sorgfältige Lastverteilung gewährleistet die hohe Versorgungssicherheit. Das gesamte 10-kV-System verfügt über sieben Sammelschienen: Die Abschnitte I, II, III, IV, V und VI werden jeweils von den Niederspannungstransformatoren der Einheiten 1, 2, 3, 4, 5 und 7 abgegriffen. Abschnitt VII dient als Einspeisepunkt für externe Stromversorgung, Notstromversorgung und Dieselgeneratoren, die als Notstromversorgung für die Sammelschienen der Abschnitte I, III und VI fungieren. Alle 10-kV-Verbraucher des Kraftwerks sind nach dem Prinzip der Lastverteilung und -unabhängigkeit gleichmäßig auf die Sammelschienen I bis VI verteilt. Die an die 10-kV-Werkssammelschiene angeschlossenen Geräte lassen sich nach ihrer Art in Verteiltransformatoren, Hochspannungsmotoren, Spannungswandler und Schalter unterteilen. Abbildung 1 zeigt den Anschluss des 10-kV-Stromversorgungssystems des Wasserkraftwerks.
Abb. 1 10-kV-Anlagenstromverkabelung
2. Gründe für den Schutz und die Transformation der Stromversorgung einer 10-kV-Anlage
Das ursprüngliche Schutz-, Mess- und Steuerungssystem des 10-kV-Kraftwerks verwendet das importierte integrierte Schutzsystem MiCOM-P122 von Shanghai Areva. Die Anlage ist seit Mai 2007 in Betrieb. Die elektronischen Komponenten des Schutzsystems sind stark gealtert, und die optischen Schutzkopplungselemente weisen eine erhöhte Ausfallrate auf, was die sichere und stabile Produktion des Kraftwerks beeinträchtigt. Darüber hinaus produziert der Hersteller keine Ersatzteile des gleichen Typs mehr; es können lediglich aufgerüstete Ersatzgeräte erworben werden. Die Daten des Schutzsystems entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen, und es sind keine Ersatzteile für den Standby-Schutzschalter verfügbar. Der Automatisierungsgrad ist niedrig, die Digitalisierung unzureichend, und die Geräteinformationsverwaltung ist umständlich und entspricht nicht den heutigen Anforderungen. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle und die rein englischsprachige Software sind nicht benutzerfreundlich, was die Arbeit erschwert und die Arbeitseffizienz mindert. Angesichts dieser Faktoren ist eine technische Modernisierung des Schutz-, Mess- und Steuerungssystems für den Stromverbrauch des 10-kV-Kraftwerks erforderlich.
3. Anforderungen an den Schutz und die Umformung von 10-kV-Anlagen
Die Schaltanlage und ihr Aufstellungsort bleiben unverändert. Sämtliche ursprünglichen Lastschalter, Sammelschienenschalter, der Spannungswandlerschrank, die internen Sekundärkabel und die Klemmenreihe werden ersetzt. Die Schaltanlagenfront wird entsprechend der Größe des neuen Geräts neu gestaltet und modifiziert. Die Verdrahtung des neuen Geräts, des Zugangs zum Leistungsüberwachungssystem und der Adressierung der Kommunikationsschnittstelle wird abgeschlossen. Im Zuge der Umrüstung wird der Betriebskreislauf optimiert, während die ursprüngliche Schutzkonfiguration beibehalten wird.
4. Auswahl neuer umfassender Schutz-, Mess- und Regeltechnik
Das neue integrierte Schutz-, Mess- und Steuergerät vereint Steuerung, Schutz, Fehlerwellenaufzeichnung, Messung, Signalalarmierung, Schaltvolumenerfassung und Kommunikationsfunktionen. Kernstück ist der dreistufige, richtungslose Stromschutz. Das Gerät verfügt über eine Überwachungs- und Erfassungsfunktion für Leitungsparameter. Messdaten und Schutzinformationen können über die Kommunikationsschnittstelle an das Netzüberwachungssystem übertragen werden, um die Automatisierung des Verteilungsnetzes zu erleichtern. Nach der öffentlichen Ausschreibung nationaler Anbieter für das Projekt zur Modernisierung der 10-kV-Anlagenschutztechnik in Wasserkraftwerken wurde schließlich das Mess- und Steuergerät der Serie AM5SE von Acrel Co., Ltd. ausgewählt. Entsprechend den unterschiedlichen Lasteigenschaften der 10-kV-Anlagen-Stromschiene sind die Schutzfunktionen der einzelnen Modelle AM5SE-F (Leitungsschutz-Mess- und Steuergerät), AM5SE-T (Transformatorschutz-Überwachungs- und Steuergerät), AM5SE-M (Motorschutz-Mess- und Steuergerät), AM5SE-B (Selbststeuerungs-Schutz-Mess- und Steuergerät) und AM5SE-UB (PT-Schaltschrank-Überwachungsgerät) in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Bild | Modell | Schutzfunktion |
| AM5SE-F Mess- und Steuergerät für Leitungsschutz | Dreistufiger Überstromschutz (durch Niederdruck abschaltbar, Schutz in beide Richtungen möglich), Überstromschutz mit Rückwärtszeitbegrenzung (durch Niederdruck abschaltbar), zweistufiger Überstromschutz nullter Ordnung (101) mit Rückwärtszeitbegrenzung, zweistufiger Überstromschutz nullter Ordnung (1.2) mit Rückwärtszeitbegrenzung, Wiedereinschaltung, beschleunigter Überstromschutz (durch Niederspannungsabschaltung), Überlastalarm, Überlastauslösung, Druckverlustauslösung, Druckverlustalarm, Überspannungsschutz, Überspannungsschutz nullter Ordnung, Rückstromschutz, Niederfrequenz-Laserreduzierung/Hochfrequenzschutz (durch Schlupfdifferenz), PT-Ausfallalarm, Steuerstromkreis-Ausfallalarm, FC-Regelkreis mit Überstromverriegelungsfunktion, Schutz bei Stromausfall, CT-Ausfallalarm und Prüfung | |
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| AM5SE-T Mess- und Steuergerät für den Schutz der Stromverteilung | Dreistufiger Überstromschutz (durch kombinierte Spannungsabschaltung erweiterbar), Überstromschutz mit umgekehrter Zeitbegrenzung (durch kombinierte Spannungsverriegelung erweiterbar), zweistufiger Überstromschutz nullter Ordnung 101, zweistufiger Überstromschutz nullter Ordnung 102, Überstromschutz nullter Ordnung mit umgekehrter Zeitbegrenzung, Überlastalarm, Überlastauslösung, PT-Unterbrechungsalarm, Steuerstromkreisunterbrechungsalarm, Ausfallschutz, CT-Unterbrechungsalarm, FC-Regelkreis mit Überstromverriegelungsfunktion |
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| AM5SE-B das Selbstprojektionsschutz-Mess- und Steuergerät | Dreistufiger Überstromschutz (durch zusammengesetzte Spannungsverriegelung mit Richtungsverriegelung), Überstromschutz mit umgekehrter Zeitverzögerung (durch zusammengesetzte Spannungsverriegelung), beschleunigter Überstromschutz (durch zusammengesetzte Spannungsverriegelung), Standby-Funktion (unterstützt 11 verschiedene Stromversorgungssysteme), PT-Ausfallalarm, Steuerstromkreis-Ausfallalarm, Busladeschutz, Wiedereinschaltfunktion, Überlastkopplung/-alarm, zweistufiger Überstromschutz nullter Ordnung, beschleunigter Überstromschutz nullter Ordnung, Überprüfung der gleichen Periode |
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| AM5SE-M Motorschutz-Mess- und Steuergerät | Aktueller Schutz (Anlauf, Betrieb), zweistufiger Stromschutz, Rücklaufschutz, zweistufiger Gegenstromschutz, Rücklaufzeitbegrenzungsschutz negativer Ordnung, zweistufiger Überstromschutz nullter Ordnung, Heißüberlastschutz, Überlastschutz, Überlastalarm, Überlastauslösung, Blockierschutz, Schutz bei langer Anlaufzeit, Schutz bei Stromausfall, PT-Ausfallalarm, Steuerstromkreisausfallalarm, Unterspannungsschutz, Überspannungsalarm nullter Ordnung, FC-Regelkreis mit Überstromverriegelungsfunktion, Schutz vor Spannungsunsymmetrie, Phasenfolgeschutz, Phasenspannungsschutz, Überspannungsschutz |
Zusätzlich zu den oben genannten Schutzfunktionen verfügt jedes Mikrocomputer-Schutzmess- und Steuergerät über eine RS485-Schnittstelle. Diese ermöglicht die Kommunikation mit dem Energieüberwachungssystem, die unabhängige Überwachung von Betriebskreisen, die Anzeige des Schaltzustands und eine umfassendere Überwachung der Schaltkreise. Dank der integrierten Hop-Funktion können Anwender optional investieren. Die neu konfigurierten Mikrocomputer-Schutzmess- und Steuergeräte der AM5SE-Serie bieten einen großen Funktionsumfang. Jedes Menü kann wahlweise in Chinesisch oder Englisch konfiguriert werden, was die Bedienung und Wartung vereinfacht.
5. Auslegung einer 10-kV-Anlage
Die neu konfigurierten computerintegrierten Schutz-, Mess- und Steuergeräte der Serie AM5SE sowie die zugehörigen Zeichnungen wurden von Acrel Co., LTD. entwickelt. Der Schaltplan des Sekundärkreises basiert auf den Originalzeichnungen des 10-kV-Hochspannungsschranks. Die Anordnung der Klemmenreihen orientiert sich an dieser Zeichnung, die wiederum den geltenden Vorschriften entsprechen muss. Bei gleicher Lastart sind Klemmen- und Leitungsnummerierung strengen Regeln unterworfen. Die Genauigkeit der Zeichnung ist entscheidend für eine reibungslose Installation und Inbetriebnahme sowie einen sicheren Betrieb.
6,10-kV-Hilfsstromschutz-Umwandlungsprozess
Schutz- und Umrüstungsprozess der 10-kV-Anlage 6 Die 10-kV-Anlage muss die Baubedingungen erfüllen: detaillierter Bauplan und Zeichnungen; Abnahme der neuen Ausrüstung durch die Anlagenleitung; Sicherheitsschulung des Baupersonals; vollständige Bereitstellung von Werkzeugen und Materialien. Der Bau erfolgt streng nach Plan und Zeichnungen, um einen reibungslosen Ablauf jedes Bauabschnitts zu gewährleisten. 6.1 Umrüstung der Schutzhardware der 10-kV-Anlage Die Modernisierung der 10-kV-Anlage umfasst im Wesentlichen drei Schritte: den Austausch der Klemmenreihe im Schaltschrank, die Demontage der alten umfassenden Schutzmess- und Steuerungseinrichtung sowie die Installation und Montage der neuen umfassenden Schutzeinrichtung. 6.1.1 Austausch der Klemmenreihe Der Austausch der Klemmen erfolgt einzeln. Es ist verboten, zwei oder mehr Klemmen gleichzeitig auszutauschen, um Fehlanschlüsse und damit verbundene Fehlverdrahtungen zu vermeiden. Der Austausch der Klemmenreihe in einem Schaltschrank allein beugt Fehlverdrahtungen effektiv vor. Wechselstromversorgung, Gleichstromversorgung, Auslöseschaltung und Signalstromkreis müssen isoliert werden, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Die Klemmen dürfen nicht gelöst werden. Beim Austausch der Klemmenreihe ist darauf zu achten, dass die ursprüngliche Schleifenklemme und die Leitungsnummer unverändert bleiben, damit die nachfolgenden Verdrahtungs- und Leitungsprüfungsarbeiten reibungslos durchgeführt werden können. 6.1.2 Demontage der alten integrierten Schutz-, Mess- und Steuerungseinrichtung: Gemäß Bauplan und Zeichnungen sind die zu demontierenden Komponenten zu entfernen. Dies umfasst die alte integrierte Schutz-, Mess- und Steuerungseinrichtung, Zwischenrelais in der Schaltanlage, Spannungsrelais, Zeitrelais und andere Komponenten sowie die zugehörigen Sekundärleitungen. Beim Demontage ist darauf zu achten, dass Komponenten nicht beschädigt und keine wichtigen Sekundärleitungen versehentlich entfernt werden. Die zu demontierenden Komponenten sind zu ordnen, zu klassifizieren und lokal zu lagern, um Unordnung auf der Baustelle zu vermeiden. Die Baustelle muss den 6S-Anforderungen entsprechen. 6.1.3 Installation, Montage und Kabelführung des umfassenden Schutzmess- und Steuergeräts: Aufgrund der unterschiedlichen Abmessungen neuer und alter umfassender Schutzmess- und Steuergeräte entspricht die Größe der Einbauöffnung an der Schaltschrankfront nicht der Größe des neuen Geräts. Die Einbauöffnung muss daher ausgeschnitten und erweitert werden, um das neue Gerät zu installieren und Beschädigungen der Frontplatte beim Zuschnitt zu vermeiden. Für den Anschluss des neuen Geräts ist ein neues Kabel zu verwenden. Alle nicht benötigten Kabel sind zu entfernen, um parasitäre Stromkreise zu verhindern. Die Verdrahtung ist gemäß den Konstruktionszeichnungen durchzuführen, um Leckströme, Fehlanschlüsse und Fehlschaltungen zu vermeiden. Die Verdrahtung des neuen Geräts muss ordentlich, einheitlich und übersichtlich sein und die Inspektion und Wartung erleichtern. 6.2 Netzschutz und Inbetriebnahme der 10-kV-Anlage: Schutz und Inbetriebnahme gliedern sich in vier Schritte: Prüfung der Sekundärschleifen, Funktionsprüfung der Schleifen, statische Inbetriebnahme des Schutzgeräts und Übertragungstest. Alle Klemmen und Leitungen sind anhand der Konstruktionszeichnungen sorgfältig zu prüfen. Prüfen Sie insbesondere den Sekundärkreis des Stromwandlers (CT) auf Unterbrechungen, den Sekundärkreis des Spannungswandlers (PT) auf korrekte Polarität und Verdrahtung. Prüfen Sie außerdem die Verdrahtung von Telemetrie, Fernkommunikation und Fernsteuerung auf korrekte Anschlüsse. Der Gleichstrom-Steuerkreis muss auf Kurzschlüsse, insbesondere zwischen Erdung und LN, geprüft werden. Der Isolationswiderstand des Gleichstrom-Steuerkreises muss den Anforderungen (1000 V) entsprechen. Prüfen Sie abschließend, ob der Wechsel-/Gleichstromkreis Strom führt. Da die beauftragten Dienstleister mit dem Sekundärkreis des Herstellers nicht vertraut sind, kann es bei der Umrüstung leicht zu Fehlern und Fehlanschlüssen kommen.
Die Wechselspannungs- und Gleichstrom-Regelkreise werden eingeschaltet, um die Funktion jedes einzelnen Kreises zu überprüfen. Prüfen Sie, ob die Telemetrie-, Fernsignal- und Fernsteuersignale korrekt sind, die Messgeräte, Kontrollleuchten, Beleuchtung und Heizkreise ordnungsgemäß funktionieren und die Sprungschutzfunktion des Schalters korrekt ist. Schalten Sie den Regelkreis ein, um die korrekte Verdrahtung jedes einzelnen Kreises weiter zu überprüfen.
Die statische Fehlersuche der Schutzeinrichtung umfasst die Stichprobenprüfung, das Hochladen und Überprüfen der Sollwerte sowie die Funktionsprüfung. Die Leitungsschutzeinrichtung AM5SE-F, die Transformatorschutzeinrichtung AM5SE-T, die Motorschutzeinrichtung AM5SE-M, die Standby-Selbstschalteinrichtung AM5SE-B und die PT-Überwachung werden geprüft, indem Strom an die Sekundärseite des Stromwandlers angelegt und eine analoge Spannung an den PT-Schaltschrankanschluss angelegt wird. Die korrekte Anzeige von Gerät AM5SE-UB, Voltmeter, Amperemeter und Überwachungssystem sowie die korrekte Phasenfolge und Phasenlage des Wechselspannungs- und Wechselstromkreises werden verifiziert. Die Sollwerte werden gemäß der Sollwertvorgabe für die Einzelpaar-Schutzeinrichtung eingestellt und überprüft. Die Funktionsprüfung der Schutzeinrichtung dient der Überprüfung der korrekten Aktionslogik und der Reaktionszeit der mikrocomputergestützten Schutzmess- und Steuergeräte der AM5SE-Serie durch Anlegen analoger Werte. Es dürfen keine Ausfälle oder Fehlfunktionen auftreten, und die Reaktionszeit muss den Anforderungen entsprechen. Die statische Fehlersuche der Schutzeinrichtung gewährleistet, dass die Schutzeinrichtung sensibel auf Fehler reagieren und Alarmsignale sowie Auslösebefehle zuverlässig und schnell ausgeben kann.
Die Datenverbindung zwischen dem umfassenden Schutzmess- und Steuergerät und dem Energieüberwachungssystem ist korrekt, und Betriebszustand, Sollwerte, Ereignisprotokolle und weitere Informationen des Schutzgeräts können in Echtzeit im Hintergrund erfasst werden. Die Anbindung des Schutzgeräts an den Hintergrund verbessert die Verwaltung des Relais-Schutzsystems und den Automatisierungsgrad der Fehlerinformationsverarbeitung.
Der Übertragungstest simuliert die vom Schutzgerät erfasste Fehlermenge. Das Schutzgerät sollte den Auslöseschalter verlassen, um die korrekte Funktion der Schutzlogik, des Auslösekreises und des Signalkreises zu überprüfen. Außerdem wird geprüft, ob der Schalter über den Host-Computer ferngesteuert ordnungsgemäß geöffnet und geschlossen werden kann. Für jede Gruppe von Schutzgeräten ist ein vollständiger Übertragungstest durchzuführen, um die korrekte Funktion der Schutzlogik jedes Schaltschrank-Schutzgeräts, die Auslösung der Schutzausgänge, das ferngesteuerte Öffnen und Schließen sowie die korrekte Signalisierung sicherzustellen.
6.3 Probleme bei der Transformation und Optimierung
Nach Abschluss der Umrüstung des neuen umfassenden Schutz- und Messsystems stellte sich während des Übertragungstests heraus, dass der Schalter nur einmal geschlossen werden konnte. Ein erneutes Schließen war nur nach einem Neustart der Steuerstromversorgung möglich. Die Analyse ergab, dass in der Schließspule des Leistungsschalters kein Schließpunkt vorhanden war. Da das Schließrelais im Schutzsystem die zuverlässige Schließung des Leistungsschalters gewährleisten soll, konnte die Energie des Schließ- und Halterelais nach dem Schließen nicht freigegeben werden, da in diesem Fall kein Schließpunkt in der Schließspule vorhanden war. Daher musste das System neu gestartet werden, damit das Schließ- und Halterelais vor dem nächsten Schließvorgang freigegeben werden konnte. Nach mehreren Rücksprachen mit dem Hersteller des Leistungsschalters und den zuständigen Mitarbeitern des Wasserkraftwerks wurden mehrere Schließpunkte in Reihe vor der Schließspule geschaltet, wodurch die genannten Probleme behoben wurden. Abbildung 2 zeigt am Beispiel des AM5SE-T-Transformator-Schutz- und Messsystems das Sekundärschaltbild des Öffnungs- und Schließkreises des umgebauten Wasserkraftwerks.
Abbildung 2: Quadratisches Schaltbild der AM5SE-T-Split-Schaltung
7. Umgestaltung des 10-kV-Stromüberwachungssystems
Um den Betrieb und die Datenerfassung des gesamten Verteilerraums in Echtzeit zu überwachen, wurde für das Wasserkraftwerk ein Acrel-2000Z-Leistungsüberwachungssystem installiert. Dieses System lädt die Schutzdaten der Mikrocomputer an das System hoch, um die Leistungsüberwachung und -steuerung des 10-kV-Umspannwerks zu realisieren und den Automatisierungsgrad zu verbessern. Zu den Hauptfunktionen gehören: Echtzeitüberwachung, Abfrage elektrischer Parameter, Betriebsberichte, Echtzeitalarme, Abfrage historischer Ereignisse, Leistungsstatistikberichte, Benutzerrechteverwaltung, Netzwerktopologie, Überwachung der Stromqualität, Fernsteuerung, Kommunikationsmanagement, Fehlerwellenaufzeichnung, Ereignisprotokollierung, Kurvenabfrage, Webzugriff und App-Zugriff.
8. Schlussfolgerung
Die Modernisierung der 10-kV-Leistungsschutzeinrichtung im Wasserkraftwerk hat Probleme wie die starke Alterung elektronischer Bauteile, den niedrigen Automatisierungsgrad, die unübersichtliche Mensch-Maschine-Schnittstelle und die schwierige Wartung gelöst. Das neue, mikrocomputergestützte Schutz-, Mess- und Steuergerät der AM5SE-Serie ist funktionaler und benutzerfreundlicher. Das LCD-Display zeigt Spannung, Stromstärke und verschiedene Ereignisprotokolle intuitiver an. Die Debug-Software ist leistungsstark, einfach zu bedienen und leicht zu erlernen und verfügt über eine benutzerfreundliche Oberfläche. Der Betriebskreis überwacht das Schalten und die Trennung des Steuerkreises. Die Kontrollleuchte am Gerätepanel zeigt die Schaltstellung und den Schließzustand direkt an und ist somit für das Betriebs- und Wartungspersonal besser ablesbar. Das Motorschutz-, Mess- und Steuergerät AM5SE-M erkennt zusätzlich den Anlauf- und Betriebszustand des Motors und ist mit Schutzfunktionen für Anlauf-, Betriebs- und Zweibetriebsbereiche ausgestattet. Dadurch wird das Problem hoher Anlaufströme und damit verbundener Fehlschaltungen gelöst. Das Schutzgerät ist mit einer RS485-Kommunikationsschnittstelle ausgestattet. Die Schnittstelle ermöglicht die direkte Verbindung der Schutzgeräte. Die Daten werden an das Acrel-2000Z-Leistungsüberwachungssystem übertragen und ermöglichen so die komfortable Anzeige und Verwaltung von Schutz- und Fehlerinformationen. Seit der Inbetriebnahme des neuen, umfassenden Schutz-, Mess- und Steuerungssystems arbeitet die Anlage einwandfrei. Der Einsatz des neuen Systems bietet umfangreiche Schutzfunktionen, eine benutzerfreundliche Oberfläche sowie einfache Bedienung und Wartung. Dies verbessert den zuverlässigen Betrieb des Wasserkraftwerks und gewährleistet die sichere und stabile Produktion der Anlage – ein deutlicher Vorteil.
Veröffentlichungsdatum: 31. Oktober 2022

